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Klostergut Dibbesdorf

Klostergut Dibbesdorf

STIFTUNGSVERMÖGEN VORGESTELLT

Neun Klostergüter gehören der SBK im Teilvermögen Braunschweigischer Vereinigter Kloster- und Studien­fonds, 14 Stiftungsgüter nennt sie im Teilvermögen Braunschweig-Stiftung ihr eigen. Keines dieser Kloster­und Stiftungsgüter ist wie das andere, jedes weist irgend· einen Superlativ auf. Das Klostergut Dibbesdorf kann gleich mit mehreren Besonderheiten aufwarten: Es ist mit 65 Hektar Pachtfläche das kleinste Klostergut der SBK. Es ist eines der jüngsten Klostergüter in Stiftungs­besitz: Erst nach 1925 kam es zum Kloster- und Studien­fonds. Dibbesdorf ist aber auch der einzige Biobetrieb der Stiftung mit eigenem Hofladen. Und unbestritten hat Dibbesdorf den jüngsten Pächter.


Als Jannes Wehmann in Göttingen sein Studium der Agrar­wissenschaften aufnahm, war ihm klar, wie das Leben weitergehen sollte: Der elterliche landwirtschaftliche Be­trieb in Abbesbüttel bei Meine im Landkreis Gifhorn mit Legehennenhaltung prägte seinen Entschluss, ebenfalls Landwirt zu werden. Doch für jedes Kind eines Landwirtes, das nicht das Erstgeborene ist, ist es ein schwieriges Unter­fangen. zu einem einigermaßen passenden Zeitpunkt einen einigermaßen passenden Betrieb zu übernehmen oder gar aufzubauen. Jannes Wehmann hatte gar keine Zeit, darüber nachzusinnen, wann dieser Zeitpunkt wohl gekommen sei. Man spricht vom Kairos, vom glücklichen, günstigen Augenblick, der nicht wiederkehrt und den der Mensch, wenn er zum Glück auch noch Verstand hat, ergreifen muss. Und ein solcher Kairos tat sich für Jannes Wehmann gegen Ende des Studiums auf. Der bisherige Pächter des Kloster­guts Dibbesdorf wollte aufhören und suchte nach einer Nachfolge in Zession: Der neue Pächter sollte in den beste­henden Pachtvertrag eintreten.

 

Das Projekt seines Lebens
Die uninteressanten Einzelheiten der Verhandlungen seien hier ausgelassen. Aber als Jannes Wehmann sein Bachelor­studium abgeschlossen hatte, hielt der 25-Jährige in der einen Hand sein Abschlusszeugnis und in der anderen den Pachtvertrag mit der Stihung Braunschweigischer Kulturbesitz. Zum 1. Oktober 2017 war er in den alten Vertrag eingetreten und Pächter der Klostergutflächen geworden. Ein neuer Pachtvertrag läuh seit 1. Juli 2018. Wenn man aber glaubt, dass das Märchen vom Landwirt Jannes, der von Abbesbüttel nach Dibbesdorf kam, um sein Glück zu machen, hier schon sein Ende gefunden hat, der hat nicht in die Verträge geschaut, der kennt die Menge an Arbeit auf dem Gut nicht, der hat nicht an Wetterbericht und Klima und freilaufende Kühe gedacht.
Denn mit Eintritt in den Pachtvertrag beginnt für Jannes Wehmann das Projekt seines Lebens. Dibbesdorf liegt auch keine Tagesreisen entfernt von des neuen Pächters alter Heimat, aber vertrauter ist der Ort seiner Partnerin. Denn Luisa Garbe, die von der Studien- zur Lebenspartnerin wurde, stammt aus Schapen, einem Nach­barort von Dibbesdorf. Dass wir es hier inzwischen mit lauter Stadtteilen Braunschweigs zu tun haben, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
Luisa Garbe konnte wie Jannes Wehmann nur in Ansätzen ahnen, was auf sie zukam. Die SBK veräußerte bei der Neufassung des Pachtvertrages die Hofstelle an den neuen Pächter. Das bedeutet für diesen zwar mehr langfristige Sicherheit, aber auch mehr kurzfristige Belas­tung. Mit dem Pachtvertrag zeigten sich - so soll es bei Verträgen sein - beide Seiten zufrieden.

Trockenheit und Ernteausfall
Das konnte man vom Wetter nicht sagen. Kaum der Uni­versität entronnen, traf Jannes Wehmann die Realität des Landwirtdaseins mit voller Härte. Dass der Herbst nach der Übernahme des Klostergutes ungewöhnlich nass blieb, war ein Problem; damals wusste man noch nicht, dass es das kleinste der Wetterprobleme sein würde. Bis Ende April zog sich die Nässe hin, was die Bestellung der Flächen zusätzlich erschwerte. Dibbesdorf ist ohnehin nicht für besonders fruchtbaren Boden bekannt, der sehr leichte Sandboden macht dem Pächter wie den Pflanzen das Leben nicht leicht. Und von Mai bis August brauchte man zum Zählen der Regentage nicht einmal alle Finger einer Hand.
Statt Regen kam dafür Hitze - und was die brennen­de, sengende Sonne angerichtet hat, ist beklagenswert: Die Kartoffeln klein und niedlich, der Mais, weil er keine Kolben ausgebildet hat, nur noch zu Rinderfutter notge­heckselt. Die frei laufenden Hühner - nach besten Bio­-Maßstäben gehalten - zeigen Hitzestress: Auch ihnen ist es einfach zu heiß. Innerhalb des ersten Jahres hat Jannes Wehmann von den 880 Hühnem 100 an den Fuchs verloren. Bei einem Einbruch in den Stall tötete der allein in einer Nacht im Blutrausch 30 Hühner. Irgendwie kam im ersten Jahr des neuen Pächters zu dem ganzen Unglück auch noch Pech dazu.

Das Schöne an der Geschichte: Jannes Wehmann und Luisa Garbe sind und guten Mutes. Sie weisen, wo immer sie von trockenen Feldern und schlechten Erträ­gen erzählen, immer auch auf die positiven Momente hin, die ihnen helfen, im schwierigen Startjahr über die Runden zu kommen. Das Obergeschoss ihres Hauses haben sie zu Studentenwohnungen ausgebaut; von den fünf Plätzen sind derzeit vier belegt. Das Lastlager haben sie vermietet. Die Versorgung von neun Pensionspferden bringt etwas ein. Und schließlich stecken sie viel Energie in den Hofladen, das zahlt sich aus, der Laden läuft, die Kundenzahl wächst langsam, aber stetig.

Im Laden hat das Pächterpaar das Sortiment noch stärker als zuvor auf regionale Angebote umgestellt. Rind­fleisch, Hühner und Eier sind sogar lokalster Herkunft - nämlich aus eigener Produktion. Ansonsten Schwein aus der Peiner Gegend, Käse aus Hildesheim, Honig aus Dibbes­dorf, und wo früher Rohrzucker das Leben versüßte, tut dies immer häufiger Rübenzucker. All das Engagement im Laden und draußen gibt weiteren Menschen Arbeit. Im Hofladen wechseln sich drei Frauen ab, ein Azubi hilft in der Landwirtschah. Die Veränderungen zeigen sich auch nach außen: ein neues Hofladenschild mit neuem Logo, eigene Eierpappen im neuen Design.

Rinderwandertag
An der Zuversicht des Pächterpaares konnte auch die Unternehmungslust der Herde aus 40 Mutterkühen, 30 Kälbern und zwei Bullen nichts ändern, die zum Kloster­gut gehört. Nicht vor jedem Zaun schrecken die Rinder zurück, und plötzlich waren die Tiere in alle Richtungen unterwegs. Jannes Wehmann und Luisa Garbe werden wohl nie vergessen, wie sie bis nach Riddagshausen mussten, um die Tiere wieder einzufangen.

Wenn man die Kühe im Wald besucht, kann man sich die Ausflüge kaum vorstellen, so friedlich weidet hier das Rind. Zu den Schottischen Hochlandrindern ist mit dem Angler-Rotvieh eine zweite Rasse hinzugekommen. Man versteht sich offenbar so gut, dass nun beim Nachwuchs nicht mehr alles rinderrassenrein zugeht. Das macht nichts, das Fleisch schmeckt mindestens genauso gut, wenn nicht noch besser. Und es bleibt 100 Prozent Bio, auch das ist garantiert. Dem Kunden des Hofladens, der neulich bei der avisierten Schlachtung eines Rindes gleich drei Filets vorbestellte, muss man an dieser Stelle jede Hoffnung nehmen: Auch die gekreuzten Tiere haben der Filets nur zwei.

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Unsere nächsten Schlachttemine

Rindfleisch

11. Oktober mit viel Glück, da wir schon sehr ausgebucht sind. Oder am 8. November. Außerdem haben wir eingefrorenes Rindfleisch vorrätig.

Schweinefleisch

Freitag und Samstag, 4./5. und 18./19 Oktober

Suppenhühner

Im Moment sind Suppenhühner tiefgefroren vorrätig.

Über uns

Wir sind Klostergut Dibbesdorf!

Im Oktober 2017 haben wir, Jannes Wehmann und Luisa Garbe, das Klostergut Dibbesdorf von unserem Vorgänger Bernd Barnstorf-Brandes übernommen.

Wir beide haben Agrarwissenschaften in Göttingen studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen. Unser Ziel ist es, Lebensmittel zu erzeugen, hinter deren Qualität wir guten Gewissens stehen können.

Unsere Öffnungszeiten

Mittwoch von 16:00 bis 19:00 Uhr

Freitag von 10:00 bis 19:00 Uhr

Samstag von 09:00 bis 13:00 Uhr

 

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Kontakt

E-Mail: info (@) klostergut-dibbesdorf.de

Tel.: +49 5309 1963

Fax: +49 5309 93 59 96 9

Am Markt 5 · 38108 Braunschweig

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